Chronik

Von der Gründung der Böllergruppe bis zum Jahr 2010 -
aus der Festschrift anlässlich des Böllerfestes 2010

Von der „Idee“ zur „Umsetzung – Gründung der Böllergruppe Kersbach

Für die Gründung der Böllergruppe Kersbach im Jahre 2000 bedurfte es letztendlich „nur“ eines „Ideengebers“. Alleine der Initiative, der Überzeugungskraft und Überredungskunst unseres Schützenkameraden Jürgen Alt ist es zu verdanken, dass sich im Jahr 2000 acht Interessierte zur Böllerprüfung angemeldet haben.

Teilweise aus Überzeugung für die „Böllersache“, teils aus Neugier, manchmal aber sicher
auch alleine aus der Verbundenheit zum Schützenverein haben diese Männer „Ja“ gesagt und mitgemacht. Was danach alles auf die „8 Gründerväter“ zukommt, war wohl manchem Beteiligten nicht so ganz bewusst.

Wie so oft entsteht „Großes“ manchmal aus „kleinen Anfängen“.

Allgemeines zum Böllerschießen – Rechtliche Voraussetzungen

Obwohl beim Böllerschießen kein Geschoss verwendet wird - üblicherweise wird das Schwarzpulver nur mit einem Kork im Böllerlauf verdämmt - kann nicht jedermann  dieses Brauchtum ausüben. Der Gesetzgeber hat hier strenge Regeln erlassen, die strikt eingehalten werden müssen:

Ein Böllerschütze muss demnach:
- im Sinne des Gesetzes zuverlässig sein (uneingeschränktes Führungszeugnis)
- Fachkundig im Sinne des Sprengstoffgesetzes sein (Prüfung in Theorie und Praxis)
- Körperlich und geistig geeignet sein
- Ein Mindestalter von 21 Jahren (in Ausnahmefällen 18 Jahren) erreicht haben
- Ein Bedürfnis nachweisen (Mitgliedschaft im Schützen-, Brauchtums-, Heimat-Verein)

Erst wenn alle diese Voraussetzungen erfüllt wurden, kann man mit der Ausübung unseres erhaltungswürdigen Brauchtums beginnen, sofern von der jeweils zuständigen Kreisverwaltungs- Behörde (Landratsamt bzw. Ordnungsamt) eine Erlaubnis erteilt wurde.

Allgemeines zum Böllerschießen – „Das Hornberger Schießen“

Eine allseits bekannte und recht lustige Geschichte hat sich gegen Ende des 17. Jahrhunderts im Schwarzwald-Städtchen Hornberg zugetragen:

Es haben die Einwohner von Hornberg in Erwartung ihres Fürsten - wahrscheinlich Eberhard Ludwig (1677 - 1733) - so lange ihre Böllerschüsse zum feierlichen Einzug ihres Landesherrn geprobt, bis ihnen das Pulver ausging. Der Versuch, den Fürsten bei seinem Einzug in das Städtchen durch kräftiges, das  Böllern nachahmende Brüllen zu täuschen, misslang natürlich und führte dann auch zur Bestrafung der Missetäter. Hiervon abgeleitet wurde vermutlich das heute noch verwendete Sprichwort: “Das ging aus wie das Hornberger Schiessen!”

Die Begebenheit ist einer der ältesten überlieferten Nachweise dafür, dass in deutschem Gebiet geböllert wurde, der tatsächliche Ursprung dürfte aber  wesentlich weiter zurück in unserer Vergangenheit liegen.

Eine Bereicherung für das Dorfleben – Kersbach und die Böllergruppe

Handböller wurden angeschafft und recht schnell hat sich die Gründung der Böllergruppe dann in Kersbach bemerkbar gemacht. Der Geburtstag, ein Jubiläum oder die Hochzeit eines Vereinsmitgliedes  wird durch Böllerschüsse lautstark im Dorf verkündet und die Böllerschützen geben der Feier einen zusätzlichen attraktiven Rahmen.

Damit die Böllerschützen auch optisch gut zusammen passen, werden Böllerkleidung und Hut einheitlich angeschafft. Auch bei Festzügen des Schützenvereins oder bei zahlreichen Böllertreffen sind die Kersbacher Böllerschützen jetzt vertreten und fallen positiv auf.

Die „8 Burschen“ machen schon etwas her, wenn sie gemeinsam erscheinen.

Eine Bereicherung für den Schützenverein – Die „Bavaria“ und ihre Böllergruppe

Der Schützenverein profitiert in doppeltem Sinne von der Gründung seiner Böllergruppe.
Die Böllergruppe hat sich nicht zu einem „Verein im Verein“ entwickelt, sondern als wichtige Gruppierung neue Ideen, neue Mitglieder und auch eine verstärkte Verankerung von Traditionen bei der Bavaria nach sich gezogen. Böllergruppe und Hauptverein sind zusammen gewachsen. 

Aus oben genannten Gründen war es nahe liegend, die Böllergruppe in der Satzung des Schützenvereins zu verankern. Dies wurde im Jahr 2008 im Rahmen der Neugestaltung der Vereinssatzung umgesetzt. Der Böllerkommandant und sein Stellvertreter sind seitdem auch Mitglieder der Vorstandschaft. So schließt sich hier der Kreis. Die Idee „Böllerschießen“ hat sich sowohl im internen Vereinsleben als auch im Dorfleben dauerhaft etabliert.

Eine eigene Identität ist wichtig – Neue Ideen werden umgesetzt

Durch das positive Auftreten der Böllerschützen, fanden und finden sich seit der Gründung immer wieder Interessierte an der Böllersache in Kersbach.  Die Böllergruppe ist seit dem Jahr 2000 deutlich gewachsen.

Die Marke „Böllergruppe Kersbach“ wird sichtbar, wenn es um die Umsetzung neuer  Ideen geht. Die Ausrichtung des „Neujahr-Schießens“ am Dorfplatz in Kersbach, die Proklamation eines „Böllerkönigs“ im Rahmen des Vereins-König-Schießens,  die Ausrichtung eines „Böller-Sommer-Festes“, das Anschießen des jährlichen Annafestzuges in Forchheim und auch eine eigene „Böller-Lies´l“ sind Beispiele für die Kreativität der Böllerer. 

„Stillstand ist Rückschritt“ - mal sehen, was der Böllergruppe noch so alles einfällt.

Das sind wir im Jahr 2010 – Eine erfolgreiche Idee findet hoffentlich seine Fortsetzung

Für die Erfolgsgeschichte der Böllergruppe Kersbach stehen aktuell folgende Zahlen:

Böllerschützen:   21 - davon 7 Böllerschützinnen und 14 Böllerschützen
Böllergerät:   22 - davon 1 Kanone, 2 Schaftböller und 19 Handböller

Wer noch mehr von uns wissen will, wendet sich an die aktuellen Ansprechpartner der Böllergruppe.

Allen Böllerschützinnen und Böllerschützen wünschen wir viel Freude an ihrem Hobby und stets „unfallfreies Schießen“ !

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