Chronik

Von der Vereinsgründung bis zum Jahr 2010 -
aus der Festschrift anlässlich des Böllerfestes 2010

Schützenwesen in Kersbach – Die Chronik der „Bavaria“

Am ersten Weihnachtsfeiertag 1925 war es soweit. Fünf ehrsame Bürger und gestandene Männer legten im Gasthaus Greif durch Festlegung der Statuten und des Vereinsnamens den Grundstock für ihre „Bavaria". Es waren dies:

Baptist Dreßel, Johann Eismann, Peter Greif, Hannes Voit und Heinrich Wagner.

Groß war die Begeisterung und so wurde dem jungen Verein bereits 1930 die Ehre zuteil, das erste Gauschießen des Gaues Bamberg-Forchheim auszurichten und durchzuführen. Bei solchem Ansehen durfte eine Schützenkette für den jeweiligen Schützenkönig nicht länger fehlen und wurde 1931 mit Hilfe von Spenden der Mitglieder und Gönner des Vereins angefertigt. Bestehend aus ursprünglich 65 Silbermünzen hat sie sich zum Glück über die Kriegswirren hinweg bis heute erhalten.

Der 2. Weltkrieg unterbrach dann alle vereinsbezogenen Aktivitäten. Leider gingen auch fast alle Vereinsunterlagen in dieser chaotischen Zeit verloren. So können wir heute nicht einmal sagen, wie viele Mitglieder der Verein bis dahin hatte.

Erst 1949 konnte daran gedacht werden, die Vereinsaktivitäten wieder aufzunehmen. Und so wurde - wieder in der Gaststätte Greif - die Neugründung beschlossen. Diesmal war es 2 Tage vor Weihnachten. In einer konstituierenden Versammlung wählten 51 Mitglieder ihre neue Vorstandschaft, dessen 1. Schützenmeister Dr. Hans Link wurde.

Als Sportwaffen wurden nur Luftdruckgewehre zugelassen, mit denen auf die noch heute gültige Distanz von 10 m geschossen wurde. Es waren Gewehre ohne gezogenen Lauf, die im Vergleich zu den heutigen Hochpräzisionsgewehren steinzeitlich anmuten. Trotzdem hatte der Verein bereits 42 Mitglieder, von denen die meisten aktiv waren.

Ende 1952 nahmen 1. Schützenmeister Dr. Link, Schriftführer Konrad Hack, Johann Freund und Fritz Hofmann in Bayreuth an der Gründungs-Versammlung des Gaues Oberfranken West des „Bayerischen Sportschützenbundes e. V." teil.

Schon in den fünfziger Jahren hatte der Verein 4 Mannschaften. Je eine schoss in der Gau- und eine in der Kreisklasse und es gab bereits eine Damenmannschaft. Wichtig aber war vor allem, dass es auch eine Jugendmannschaft gab, die dann 1958 bei der Gaumeisterschaft den respektablen 3. Platz erreichte.

Zuvor wurde 1956 Justine Fösel, heute besser bekannt als Justi Greif, bayerische Meisterin und 1957 errang Theo Greif den Titel eines Bezirksjugendmeisters von Oberfranken. Dies waren Höhepunkte der Vereinsgeschichte, die entsprechend gefeiert wurden.

In den nächsten Jahren trat eine gesellschaftliche Umorientierung ein. Man vernachlässigte die örtlichen Vereine, die neue Mobilität zog die Menschen zu Veranstaltungen in die Städte und die Freizeitaktivitäten wurden bis in das Ausland ausgedehnt. Dadurch wurde das Interesse auch am Schützenverein geringer. Zum Glück wirkte dem eine andere Entwicklung im Verein entgegen.

1969 wurde Alfred Schneider zum 1. Schützenmeister gewählt. Er war seit der Neugründung Mitglied und neben Kuno Schneider seit 1960 bereits 2. Schützenmeister. Er hatte das Talent, aus den Reihen der Mitglieder diejenigen herauszufinden, die für bestimmte Aufgaben innerhalb des Vereins besonders geeignet waren. Mit unaufdringlicher Diplomatie führte er diese Frauen und Männer dann diesen Aufgaben zu.

Er überlegte, was man tun könnte, um das Interesse am Verein und an der Schützensache wieder zu beleben und beschloss zusammen mit seinem Stellvertreter verschiedene Maßnahmen, um seine „Bavaria" aus der Krise heraus und langfristig zu neuen Erfolgen zu führen.

Dabei half ihm, dass ab Ende der sechziger Jahre Kersbach durch die zukunfts-weisenden Planungen unseres Bürgermeisters Ludwig Preusch Kersbach durch Neusiedlungen erweitert wurde. Deren Bewohner belebten das Vereinsleben in Kersbach insgesamt und nach und nach kamen aus deren Kreis auch neue Mitglieder zu unserem Schützenverein.

Es zeigte sich, dass die Neubürger erstens für den Schießsport viel übrig hatten und zweitens das Vereinsleben mit seinen Veranstaltungen als eine gute Möglichkeit sahen, sich besser in den Ort zu integrieren. Mit ihren sportlichen Leistungen hatten sie sogar einen überdurchschnittlich großen Anteil an den künftigen Erfolgen.

Außerdem wurde die Attraktivität des Vereins Ende 1970 durch einen komplett neuen Schießstand wesentlich erhöht, den unser Vereinswirt Rudi Greif im Rahmen eines Ausbaus errichtete. Die Schützen konnten also nun an 7 statt bisher nur 4 Ständen zum Wettkampf antreten.

Ende August 1976 feierte der Verein bei hochsommerlichem Wetter das 50-jährige Jubiläum. Zuvor nahmen 15 Vereine mit 313 Schützen am Preisschießen teil und zum Festzug waren neben den örtlichen Vereinen 20 Schützenvereine von Fürth bis Bamberg erschienen. Gewinner der Festscheibe wurde damals Helmut Dittrich von der HSG Forchheim.

In den folgenden 25 Jahren hat die Bavaria Kersbach viele sportliche Erfolge erzielt. Diese haben dazu beigetragen, dass der Aufschwung des Vereins und damit das Interesse am Schießsport innerhalb der Gemeinde Kersbach an hält.

Ein besonderes Highlight war im Jahr 1980 die Proklamation der ersten Kreiskönige. Unsere langjährige Schatzmeisterin Marina Kühschelm sicherte sich den Titel der ersten Kreiskönigin. Auch weitere Mitlieder konnten seitdem den Titel eines Kreis- oder Gaukönigs bzw. -Jugendkönigs für unseren Verein erringen.

Im Jahr 2001 konnte nach 1-jähriger Bauzeit unter der Regie des 1. Vorstandes Josef Koch die neue Schieß-Sportanlage im Sportzentrum Kersbach fertig gestellt und bezogen werden. Ein Preisschießen anlässlich der Einweihung in Verbindung mit dem 75-jährigen Vereinsjubiläum wurde erfolgreich durchgeführt.

Seit diesem Zeitpunkt wächst und gedeiht der Schießsport im Schützenverein. Eng verbunden ist diese Entwicklung mit dem Namen Reinhard Hofmann. Seit seinem Vereinseintritt konnten die sportlichen Erfolge und die Anzahl der Jungschützen und aktiven Schützen deutlich gesteigert werden.

8 aktive Luftgewehr-Mannschaften mit insgesamt 32 aktiven Schützinnen und Schützen nehmen aktuell an den Rundenwettkämpfen teil, zahlreiche Meisterschaften und Aufstiege konnten gefeiert werden. Mit Felix Hübner wurde am 11.04.2010 erstmals ein Schütze unseres Vereins als Bezirks-Jugendkönig proklamiert.

Der Verein steht wirtschaftlich und sportlich auf gesunden Füßen und ist den Anforderungen der Zukunft gut gewachsen.

...soweit die “Chronik” von Bavaria Kersbach bis zum Jahr 2010.

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